Sternenwanderer

Mein Jahresrückblick 2013

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So geht 2013 zu Ende. Da wird es doch Zeit, einen Blick zurück zu wagen und die vergangenen 365 Tage Revue passieren zu lassen.

1. Quartal: Es geht langsam los…

Das Jahr begann ganz in weiß. Das gesamte Frühjahr war von einem – nach mitteleuropäischem fast eiszeitlichem – Winter geprägt. In der einzigen schönen Woche im Februar konnte ich meinen Praktikumsplatz klar machen. Ich schrieb nur eine, dafür die erste Klausur meines Studiums.

Zu Jahresanfang gab es eine lebhafte Diskussion, warum Ulisses mit dem Pabel Moewig Verlag zusammen arbeitet, obwohl diese auch die umstrittene Reihe „Der Landser“ herausgaben. Da war das Ende der Zusammenarbeit allem Anschein nach schon beschlossen. Später stellte Pabel Moewig den Landser ein.

Am 02.02. bot sich mit dem Gratis-Rollenspiel-Tag eine gute Gelegenheit für Anfänger, mal ins Thema RPG reinzuschnuppern. Wenig später gab es eine Antwort auf die Frage: Was machen lang erfahrene DSA-Redakteure, wenn sie aus der Redaktion aussteigen (oder rausgeworfen werden)? Ein neues Rollenspiel! Splittermond wurde erstmals angekündigt.

Ulisses gab unterdessen die Ergebnisse seiner (ersten) großen DSA-Umfrage bekannt. Resultat: Die Spielerschaft besteht aus vielen unterschiedlichen Leuten, bildet keine homogene Gruppe. Nebenbei diskutierte selbige so viel wie üblich. Vor allem der neue Kontinent Uthuria führte mit dem offenbar etwas missglücktem Auftakt der ersten Kampagne da unten zu unglücklichen Reaktionen. Da meine Gruppe sich nicht für das Land interessiert, ist er an mir eher vorbei gegangen.

Zudem begann mein Chinesisch-Grundkurs an der FH (später mehr).

 

2. Quartal: …kommt in Fahrt…

An der FH kam das Studium richtig in Fahrt. Nachdem die erste Klausur nicht so schwer ausfiel, hatte ich die vier, die jetzt kamen, unterschätzt und mich zu sehr auf den Sprachkurs konzentriert. Meine beiden schlechtesten Noten kamen so zutage. Ich habe noch bestanden, aber im Nachhinein ärgert mich das Ergebnis doch. Viel mehr Leute dürfte der fortlaufende Winter geärgert haben, der erst sommerlicher Juni-Sonne endgültig wich.

Die RPC sorgte wieder für einen Schwung Neuerscheinungen und -ankündigungen. Die neue DSA-Kampagne „Quanionsqueste“ ging an meiner Gruppe vorbei. Warum sollte Praios auch einen auelfischen Krieger, nostrianische Zahnreißerin (eigentlich Hexe), Zwergen-Geoden und -Schurken beauftragen, seine heilige Lichtfunzel wiederzubringen? Auch das neue Table-Top Schicksalspfade spricht mich nicht an. Zudem veranstaltete Ulisses nach der großen eine weitere Umfrage, diesmal zum Thema DSA-Romane. Ich habe nicht so viele davon gelesen, aber insgesamt finde ich ihre Qualität ausbaufähig.

Abseits von DSA gab es langsam konkretere Infos zu Splittermond. Dazu gehörte eine erste Vorabversion der schicken Weltkarte. Zudem wurde ein Schnellstarter veröffentlicht, der dafür sorgte, dass meine Gruppe und ich das Spiel auf die Beobachten-Liste setzten. Auch zu Shadowrun 5 gab es einen Schnellstarter als Vorgeschmack auf die neue Version. In meiner Gruppe probierten wir darüber hinaus ein bisschen Vampire aus. Fand ich soweit ganz interessant, aber ob mich die World of Darkness länger fesselt, muss sich noch herausstellen.

Im Studium hatte uns ein Prof. – fachlich versiert, manchmal aber sehr viele Infos etwas unübersichtlich vermittelnd – angekündigt, in seinem Fach gäbe es auch einen praktischen Teil. Dies könnte u.a. einen Blog beinhalten. Das war für mich der Grund, einen solchen aufzusetzen. Das Ergebnis seht ihr hier. Das am Ende Blogs doch nicht Teil der praktischen Prüfung waren, hält mich nicht davon ab, weiter zu schreiben.

 

3. Quartal: …wird stressig…

Nach dem langen Winter war der Sommer zu genießen. Auf Facebook gab es dazu folgende Anmerkung: „Der Erste, der sich über Hitze beschwert, kriegt was aufs Maul.“ Richtig so! Trotzdem gab es die üblichen Meckerer. Manche Leuten haben einfach immer was auszusetzen.

Wir haben in meiner Hausrunde die Simyala-Kampagne zum Abschluss gebracht. Bei mir hatten sich gewaltige 1.622 AP aufgestaut, mit denen mein Elf doch einen ordentlichen Schub nach vorn machte. Aber ein Mischheld, der auch zaubert, verbrät selbst so einen Menge noch ohne große Probleme. Im Juli erschien mit dem Liber Liturgium eine Sammlung alter und einiger neuer Liturgien für DSA-Geweihte. (Wegen Zeit- und Geldgründen hab ich mir den Band bisher nicht zugelegt).

Überschattet wurden alle Publikationen aber von einem Superlativ: der Entwicklung von DSA 5. Die Erwartungen an die neue Edition scheinen recht unterschiedlich. Als jemand, der zwar DSA spielt, aber nicht so oft in den Foren unterwegs ist – im Gegensatz zu jenen, die dort offensichtlich wohnen – sind meine Hoffnungen leicht auf den Nenner zu bringen: Vereinfachung. Dies gilt gar nicht so sehr für die Regeln. Obwohl Zauber recht teuer im Verhältnis zur Regeneration und Kämpfe gelegentlich zäh, langweilig und -atmig ausfallen. Sondern viel mehr für den Hintergrund.

Aventurien ist so überfrachtet mit meist langweiligen Details, dass es schwer fällt, den Überblick zu behalten. Wenn jetzt noch teils Regionalhilfen aufgeteilt und ausgeweitet werden, dürfte die Detailfülle jeden erschlagen, der nicht ständig nur in einer Region bleibt. Warum sollte ich mir dann aber mehr als eine neue Regionalspielhilfe zulegen? Aber offenbar wird das Zeug gekauft, von daher fürchte ich, dass meine Befürchtung sich am Ende bestätigt. Zum Glück gibt es ja noch Myranor, wo zwar die Dichte an Sonderfertigkeiten für magische Charaktere erschlagend hoch ausfällt, der Hintergrund aber die dringend ersehnten Freiheiten bietet. Auch Uthuria, dass inzwischen wohl ansprechender zu bespielen ist, soll solche Freiheiten bieten.

Im echten Leben war das Quartal recht stressig. Wir hatten sieben (!) Klausuren innerhalb von 2 Wochen. Darunter waren einige Fächer, deren Feuchtigkeitsgrad etwa dem der Sahara zur Mittagszeit entspricht – also sehr trocken. Dafür habe ich viel gelernt, und keine ist schlechter als 1,7 ausgefallen. Puh! Da musste mein Sprachkurs hinten anstehen. Trotzdem blieb ich fleißig dabei, während die Teilnehmerzahl sowohl physisch als auch psychisch mit der Menge an Vokabeln stark zurückging. Sofort danach fing mein Praktikum an, wo es zwar ruhiger zuging, aber eine Weile dauerte, um mir einen Überblick zu verschaffen.

 

4. Quartal: …und endet entspannt.

Der Sommer ließ sich dieses Jahr Zeit zum Ausklingen. Nach dem langen Winter fand ich das angemessen. Ich habe noch Ende Oktober blühende Sonnenblumen auf einer Radtour gesehen.

In Sachen Fantasy beschäftigte sich meine Gruppe vor allem mit Splittermond. Der geschlossene Betatest offenbarte ein Stückchen von der Welt – und die Regeln. Es ist nicht erlaubt, Details in der Öffentlichkeit zu erläutern, daher nur soviel: Die Regeln funktionieren jetzt schon ziemlich gut. Wenn noch die paar Ungereimtheiten, die ein Grundregelwerk nun mal mit sich bringt, ausgemerzt werden, dürfte Splittermond sich in vielen Regalen und Gruppen einen festen Platz erobern. Der von manchen herbei gehypte DSA-Killer ist Splimo nicht. Dafür hat sich Aventurien einfach einen viel zu festen, langen Dauerplatz im Herzen seiner Fans ergattert. Splimo ist auch gar nicht so angelegt – gut so! Sind schließlich schon andere Leute mit solchen Ankündigungen auf die Fresse geflogen. Die ehemaligen DSA-Redakteure hinter Splimo sind clever genug, nicht in diese Falle zu tappen.

Verschoben auf das nächste Jahr wurde das Schwergewicht Exalted 3. Edition. Durch eine mehr als erfolgreiche Kickstarter-Aktion bewiesen die Macher, dass es da draußen offensichtlich eine große Fangemeinde für dieses asiatisch angehauchte Spiel gibt. Dafür erschien die 5. Edition von Shadowrun auf Deutsch. Der schicke Band (Rezi hier) legt die Messlatte ganz schön hoch: Vollfarbig, fünfhundert Seiten – und das für knapp 20,- €. Für die Qualität wäre ein Preis von 40,-+ durchaus angemessen. Der Kampfpreis des Grundregelwerks bot dann auch abseits von DSA Diskussionsstoff. Ich kann nur raten, sich vorher den SR-5-Schnellstarter anzuschauen. Niemand braucht einen schicken Briefbeschwerer, der nur zu Hause verstaubt.

Mittlerweile läuft es im Praktikum ganz gut. Ich durchblicke die Strukturen von Kanal 21, wie eine Kamera bedient und ein Fernsehbeitrag vorbereitet wird – und wann ich abends abhauen muss, um meinen Zug zu kriegen.

***

Soviel zu 2013. Trotz der Unglück verheißenden Nummer und dem kalten Anfang konnte es insgesamt überzeugen. Verbesserungsbedarf gibt es trotzdem. Wäre sonst auch langweilig. In diesem Sinne:

Bleibt mir treu – und lest nicht nur, sondern spielt RPG auch mal.

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