Rezension: Die Insel der Mandarine – Ein Meister-Li-Roman

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Schlichtes, aber hübsches Cover.

Zum Abschluss meiner Reihe über die Meister-Li-Romane gibt es jetzt den dritten und letzten Band in der Rezension. Dabei handelt es sich, trotz des Namens, nicht um die Beschreibung einer paradiesischen Fruchtinsel. Was es damit auf sich hat, lest ihr jetzt.

Die Insel der Mandarine – Ein Meister-Li-Roman

Autor: Barry Hughart

Seitenzahl: 279, Taschenbuch

Preis: ab wenigen Euros

Cover und Rückseite

Meine Ausgabe trägt das Bild eines schwarzen Gebäude-Umrisses vor Bergen über blauen Vögeln. Ein gelber Schmetterling bringt etwas Abwechslung hinein. Das Motiv ist weder besonders hübsch – wenn auch ebenso wenig hässlich –, noch passt es zum Plot. Der Text der Rückseite erwähnt zwei Elemente: einen Vampir und merkwürdigen Vogelkäfig. Das ausgerechnet die Amazon-Beschreibung zitiert wird, weckt gewisse Befürchtungen über die Qualität.

Mehr als 3 von 5 Sterne bleiben für diese Aufmachung nicht übrig.

 

Geschichte

Li und Ochse haben einen exzentrischen Verbrecher gefasst und dürfen seiner geplanten Hinrichtung beiwohnen. Dabei stolpert jedoch erwähnter Vampir dazwischen, was die Beiden wiederum auf die Spur merkwürdig geformter Vogelkäfige, einer seltsamen Mordserie und eines Rings von Schmugglern bringt. Diese entstammen höchsten Beamtenkreisen, sprich Mandarinen. Diese wohnen auf einer Insel nahe der verbotenen Stadt, was den Namen des Buchs erklärt. Hilfe erhalten die Zwei dabei durch einen begnadeten Puppenspieler und seine Tochter, eine mächtige Schamanin.

Gegenüber Roman eins und zwei hat Nummer drei mit einigen Problemen zu kämpfen. Zunächst wirkt der Plot nicht mehr so klar, sondern kommt etwas verworren rüber. Dann nutzt sich das Detektiv-Motiv auch langsam ab. Das gewisse Helfer sich später als Bösewichte herausstellen, kam bereits in beiden Vorgängern vor. Zudem stellt sich dieselbe Frage wie bei Starwars nach Zerstörung des 2. Todessterns: Was soll noch kommen? Nach dem Kampf gegen den ersten Kaiser und einem Besuch in den Höllen fehlt hier eine echte Steigerung. Davon abgesehen, ist die Insel der Mandarine durchaus unterhaltsam und kurzweilig. Zudem muss dem Autor zugute gehalten werden, dass er nach drei Romanen die Reihe beendet hat. Andere würden sie bis zum noch unerträglicheren vierten Teil auswalzen.

Da ich ein Fan der Reihe bin, lasse ich trotz der Schwächen 3 von 5 Sterne übrig.

 

Figuren, Dialoge und Stil

An Li und Ochse hat sich nichts getan. Dies kann im Sinne eines Stillstands oder Verharrens auf hohem Unterhaltungs-Niveaus betrachtet werden. Ich entscheide mich für Letzteres. Dazu gesellen sich erwähnter Puppenspieler, dessen Gesicht von Pocken gezeichnet ist und Hände tödliche Präzision im Kampf entfalten. Seine Tochter, die Schamanin, spielt eine untergeordnete Rolle. Ebenso trifft der Leser auf einen mordenden Koch, der nebenbei unentwegt exotische Gerichte plappert, und einige Mandarine. Leider erschöpfen sich auch bei den Figuren die kreativen Ideen. Dialoge und Stil bleiben auf gewohnt hohem Level.

Ich vergebe 3 von 5 Sterne.

 

Welt

Die Mischung aus realen und fiktiven Fakten beherrscht Barry Hughart nach wie vor grandios. Wo Fiktion anfängt und die historischen Tatsachen aufhören, vermag ein Sinologe (China-Experte) zu sagen. Selbiges gilt für die Bräuche und Vorgänge des Alltagslebens. Wetten auf die Durchführung einer fehlerfreien Exekutions-Serie eines Henkers dürften sich nicht in vielen anderen Romanen finden. Abgesehen von den Käfigen fehlt mir persönlich jedoch ein richtig cooles Artefakt, etwas wie die Flugmaschine aus Roman eins.

Nichts desto trotz bleibt es bei 4 von 5 Sternen.

 

Fazit

Der schwächste Roman der Reihe ist nichts für Leser, denen der Zweite nur halb gefallen hat. Wer dem etwas abgewinnen konnte, wird aber auch mit Nummer drei noch Spaß haben.

Bei 13 von 20 Sternen mit Einschränkungen empfehlenswert.

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