Sternenwanderer

Rezension: Kung Fury -Action-Parodie vom Feinsten

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Der FIlm nimmt sich nicht ernst. Sonst hätte er keinen „Tricera-Cop“.

In Zeiten des Internet kommt es immer wieder zu Hypes. Ein aktueller Hype dreht sich um den Amateurfilm Kung Fury. Das über Kickstarter finanzierte Projekt ist kostenlos auf Youtube zu begutachten. Lohnt sich das Anschauen?

 

Die Story

Mitte der 80er: Zeit der pastelfarbenen Klamotten, Ghettoblaster und klobigen Computer. Der Cop, nur bekannt als Kung Fury, sorgt unter den Unruhestiftern in Miami mit Knarre und Martial Arts für Recht und Ordnung. Als bei einer Auseinandersetzung ein ganzer Block das Zeitliche segnet, soll er einen neuen Partner bekommen: Triceracops. Ja, richtig gelesen. Fury will nicht mit dem dinoköpfigem Kollegen arbeiten, da sein letzter Partner auf unschöne Art das Zeitliche segnete. Daher quittiert er den Dienst. Just als er das Büro verlassen will, erschießt ein Anrufer seinen Chef. Der Übeltäter: Adolf Hitler, aus der Vergangenheit in die Zukunft gereist. Um den Delinquenten zu stellen, reist Fury selbst zurück. Wobei es zu einer kleinen Komplikation kommt.

Die Geschichte ist nicht besonders innovativ und simpel. Allerdings versucht sie auch gar nicht, sich einen ernsthaften Anschein zu geben. Mit einer guten halben Stunde ist der Film lang genug, um zu unterhalten, ohne Längen aufzuweisen. Lediglich im zweiten Drittel hätte etwas mehr passieren können.

Daher vergebe ich an dieser Stelle 4 von 5 Sterne.

 

Die Persiflage

Wie der obige Abriss zeigt, nimmt sich der Film kein bisschen ernst. Stattdessen werden die Actionfilme der 80er Jahre durch den Kakao gezogen. Neben der Story und den teils absurden Figuren – wie Cops mit Dinoköpfen oder auf einem T-Rex reitenden Walküren mit Feuerwaffen – zeigt sich dies an den Onelinern des Helden. Diese waren nie platter. So erschlägt er in einer Szene zwei Soldaten mit einem Panzer und sagt: „Tank you.“ Oder er macht einen Klopf-Klopf-Witz (engl. „knock-knock“), bei dem er auf die Frage, wer da sei, mit Faust („knuckles“) antwortet. Natürlich darf gegen Ende auch kein Sprüchlein fehlen, mit dem eine moralische Botschaft präsentiert wird.

Diese Anspielungen leben von zwei Dingen. Zum Einen sollten die englischen Sprachkenntnisse gut sein, um die Wortspiele zu verstehen. Zum Andern dürfte ohne Wissen um damalige Actionfilme oder einige Zeichentrick-Serien, die selbst mit einem kurzen Moralspruch endeten, der parodistische Charakter verloren gehen. Der etwas hohe Gewaltgrad zeigt zwar kein Blut, allerdings werden doch einige Gliedmaße abgerissen, sodass Kinder den Film nicht sehen sollten.

Daher hagelt es erneut 4 Sterne.

 

Die Ausstattung

Eine Parodie sollte das Original nicht nur überzeichnen, sondern ihm in wesentlichen Punkten nahe kommen. Bei Kung Fury sind in jeder Szene die Liebe zum Detail und ein Händchen für passende Ausstattung zu sehen. So wirkt der Held mit Stirnband und offener Weste stimmig. Gleiches gilt für die Computer als klobige Maschinen, den schicken Sportflitzer, den ein Supercop natürlich fahren muss, und die übergroßen Urahnen der modernen Mobil-Telefone. Die Anpreisung eines solchen Geräts mit seinen heutzutage schon lächerlich gering wirkenden Eigenschaften wirkt sehr erheiternd.

Entsprechendes Merchandising mit T-Shirts, einem Soundtrack, der direkt aus den 80ern entsprungen sein könnte, und einer kleinen Nebenrolle für David Hasselhoff, zu dessen Glanzzeit die 80er zählen, runden den positiven Gesamteindruck ab. Zudem sinkt der Lockenkopf den schmissigen Titelsong. Wer hätte gedacht, dass Hasselhoff noch einen guten Song präsentiert?

Dafür gibt es wieder 4 Sterne.

 

Das Budget

Seine Existenz verdankt der Film Kickstarter. Dort spendeten fast 18.000 Menschen gut 630.000 Dollar. Daraus haben die Macher im Green-Screen-Verfahren ziemlich gute Effekte gezaubert. Im Vergleich zu manchem Millionen-Film aus Hollywood sind die geringen Mittel kaum auszumachen. Der leicht trashige Ansatz hilft dabei – schließlich haben wir es nicht mit einem bitter ernst tuendem, letztendlich jedoch belanglosem Transformers oder Konsorten zu tun. Wer unter dieser Prämisse den Film ansieht, wird ihm sein vergleichsweise geringes Finanzpolster nachsehen.

Und abermals angelt sich der Film 4 Sterne.

 

Fazit

Kung Fury hat das Zeug, der B-Movie des Jahres zu werden. Er ist schmissig, witzig, liebevoll – und weiß, wann es zeigt wird, aufzuhören. Und da er umsonst ist, kann ihn sich jeder ansehen.

Mit 16 von 20 Sternen ist er absolut sehenswert.

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