Rezension: Star Wars VII – Das Erwachen der Macht

Dieser Tage gibt es kein Entkommen vor der siebten Episode. Wieweit die Aufmerksamkeit gerechtfertigt ist – und was das Ganze mit Hitlers „Wunderwaffen“ zu tun hat – lest ihr jetzt.

Die Story

„Vor langer Zeit in einer Galaxie weit, weit enfernt…“

Dreißig Jahre nach der „Schlacht um Endor“ ist die „Erste Ordnung“ (englisch First Order) aus den Resten des alten Imperiums aufgestiegen. Die Ritter von Ren arbeiten als Anhänger der dunklen Seite für die Ordnung. Die Republik und der Widerstand stehen deren Machtansprüchen entgegen. Zu allem Überfluss ist Luke Skywalker verschwunden. Die Suche nach ihm ist der zentrale Aufhänger. Daneben muss sich der Widerstand noch mit einer neuen Superwaffe herumschlagen. Die Ereignisse bringen Soldat Finn, Schrottsammlerin Rey und Fiesling Kylo Ren mit den bekannten Figuren der alten Trilogie zusammen.

 

Die Geschichte ist konventionell erzählt und ähnelt samt Verfolgungsthematik und der Superwaffe stark Episode IV. Auch die Schauplätzte – ein Wüstenplanet (voller eindrucksvoller Imperiums-Trümmer), zwei bewaldete Planeten und Raumschiffe wie der Millenium Falcon – besitzen große Ähnlichkeit. Trotzdem schafft es der Film, nicht wie ein Klon zu wirken. Er besitzt genug Eigenständigkeit, um als eigener Teil zu bestehen. Enzig das Ende, dass auf Episode VIII zuarbeitet, hinterlässt bei mir eine leichte Unbefriedigung. Die Handlung ist so nicht ganz in sich geschlossen. Dafür bin ich schon gespannt, was es mit Oberbösewicht Snoke auf sich hat.

Auf politische Debatten, die irgendwie so gar nicht mit dem Konzept der Heldenreise durch eine Art wilder Westen im Weltraum zusammen passen und auch für sich genommen nicht spannend sind, da zu simpel, wurde verzichtet. Die Wendungen sind gut gesetzt und dramatisch, wenn auch in ihrem Zusammenfallen manchmal zu gewollt erscheinend. Aber es wird jedem Besucher klar sein, dass er hier kein Kammerspiel vor sich hat. Das meine ich gar nicht negativ. Die Orientierung an der alten Trilogie tut der Reihe gut.

Da die Story zur Reihe passt, gebe ich 4 Sterne.

 

Darsteller und Figuren

Wie gesagt, ist nahezu die gesamte alte Riege wieder mit an Bord. Von Han Solo bis Admiral Ackbar sind viele bekannte Gestalten zu sehen. Nur auf Darth Vader und den Imperator wurde aus nachvollziehbaren Gründen verzichtet. Ihre Figuren können die Darsteller voll ausspielen. So ist Han Solo mal wieder in gewisse Schmuggel-Aktivitäten verwickelt, und Chewbaccas Kommentare sorgen auch für den einen oder andern Schmunzler. Die neuen Figuren stehen dem in Nichts nach. Vor allem wurde kein unnötiger oder nerviger Charakter erschaffen, jeder besitzt seine Daseinsberechtigung. Besonders der rollende Droide BB2 dürfte manche Fans finden. Die Darsteller, alte wie neue, harmonieren dabei gut zusammen.

Dafür sind wieder 4 Sterne angemessen.

 

Effekte

Episode I setzte seinerzeit auf größtenteils digitale Effekte und Kulissen. Auch deswegen wirkte sie gegenüber der alten Trilogie etwas distanzierter. Teil VII verlässt sich lieber auf handgemachte Tricks. So ist die Wucht von Einschlägen durch aufspritzende Erde und Druckwellen direkt zu sehen. Auch ein Lichtschwert-Duell im Wald wirkt durch durchschnittene und umfallende Bäume rau und brutal. Das Zusammenwirken mit den immer noch zahlreichen, digitalen Effekten funktioniert sehr gut. Zudem wird der Bildschirm nicht mit Explosionen oder bunten Lichtern zugekleistert. Stimmungsvoll wirkt der Einsatz von Licht, das jede Wendung gekonnt in Szene setzt. Dies gilt ebenso für die Untermalung mit der gewohnt orchestralen Musik und den bekannten Soundeffekten.

Dafür verdient der Film sich 5 Sterne.

 

Design

Glänzte die neue Trilogie seinerzeit mit farbenprächtigen Kostümen und wie frisch aus der Fabrik – oder geleckt – wirkenden Raumschiffen, greift Nr. VII wieder auf die robuste Ästhetik der alten Teile zurück. Fast alles wirkt gebraucht: Raumschiffe, Kleidung, Waffen usw. Der Widerstand ähnelt mit Uniformen und Schiffen wieder mal den westlichen (britischen) Alliierten des zweiten Weltkrieges. Dazu trägt die Lederjacke bei, die Finn trägt und direkt aus einem Museum stammen könnte.

Nur die Ausstattung der Ersten Ordnung sticht durch ihre Neuwertigkeit heraus. Die schwarzen und weißen Rüstungen und Uniformen scheinen noch stärker als jene des Imperiums am Stil der Nazis orientiert zu sein. Der Titel des Anführers lautet entsprechend „Oberster Führer Snoke“. Dazu trägt auch eine Ansprache bei, die von den versammelten Sturmtrupplern mit einer Art faschistischem Gruß quittiert wird. Im Kino sorgte dies für kleine Lacher. Entsprechend erinnert mich die Superwaffe auch an V1 und V2 – nur wirksamer.

Die klare Farbgebung mag zweidimensional wirken, passt jedoch gut zum Konflikt zwischen heller und dunkler Seite.

Deswegen hagelt es 4 Sterne.

 

Fazit

Durch die Orientierung an der guten, alten Trilogie, vielen handgemachten Effekten und dem Verzicht auf unpassend eingebundene Elemente (wie Politik) zeigt sich Episode VII besser geplant und umgesetzt als die neue Trilogie. Zumindest gilt dies bezüglich der Erwartungen vieler Fans. Ob sie damit zum besten Serienteil wird, lässt sich natürlich gegenwärtig noch nicht beurteilen. Aber ein sehr guter ist sie allemal.

Die Endwertung steht bei 17 von 20 Sternen.

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