Sternenwanderer

Mein kleiner Jahresrückblick 2016

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Auch im vergangenen Jahr drehte sich das große Lebensrad fleißig. Altes verging, neues entstand. Während 2015 ganz im Zeichen der neuen, 5. Edition von DSA stand, blieb 2016 Raum für einige kleinere Produkte. Ein paar lesenswerte Beispiele habe ich mir heraus gepickt. Aber auch jenseits unseres schönen Hobbys ging der Wandel weiter.

Neue Produkte: Dicke Bücher…

Auch in einer Milliarde Jahre in der Zukunft gibt es bei Numenera noch Märkte.

Unter den Büchern, die ich letztes Jahr gelesen habe, waren wieder zahlreiche, neue Produkte. Vom Umfang dominieren Numenera und Exalted in der 3. Version.
Zwar erschien Numenera schon 2012, aber bis zur deutschen Umsetzung dauerte es nochmal bis letztes Jahr. Hat sich das Warten gelohnt? Ja. So ist die Box nicht nur außen wie innen wunderschön gestaltet, sondern enthält eine Weltkarte, mehrere Kartendecks, Abenteuer und eine sehr umfangreiche Beschreibung der Welt. Dieser gelingt das Kunststück, einerseits viel Material zur Zukunfts-Erde in einer Milliarde Jahre zu liefern und andererseits genug weiße Flecken zum Selbstgestalten übrig zu lassen. Die einfachen Regeln sind schnell verinnerlicht. Kleiner Wermutstropfen ist die Bindung von Fähigkeiten an Heldenränge und Charakterklassen, die einiges an Flexibilität aus der Charakterentwicklung nehmen. Für mich passt das nicht so gut zum vielseitigen Hintergrund.
Ähnliche Größe, wenn auch als einzelnes Buch, erreicht die dritte Edition von Exalted in ihrem Grundregelwerk. Der Klotz mit über 600 Seiten ging aus einer Kickstarter-Kampagne hervor. Die Charaktere sind Auserwählte von Göttern, die in einer asiatisch angehauchten Welt mit Superkräften ihr Ding durchziehen. Dabei setzt sich die Tradition des Systems fort, mit jeder Edition besser auszusehen. Leider steigt auch die Komplexität, was das an sich einfache Storyteller-System (bekannt aus Vampire) untergräbt. So gibt es für jede der 25 Fähigkeiten eigene Fertigkeits-Bäume mit Superkräften, die immer auch viel unnützen Kram beinhalten. Zudem können schon frische Charaktere in ihrem Fachgebiet hohe Pools an Würfeln haben und diese noch teilweise neu würfeln. Das schadet ebenfalls dem Regel-Verständnis. Hier hätten die Autoren für meinen Geschmack lieber den Regel-Umfang senken und etwas ans Balancing denken sollen.

 

…und dünne Bücher

Daneben kamen auch einige kleinere Werke in den Verkauf bzw. auf meine

Mal eine ungewöhnliche Klasse: der Dhampir bei Accursed.

Aufmerksamkeits-Liste, die jedoch ihre eigene Daseinsberechtigung haben. Zudem ist es schön, dass sich auch kleine Verlage noch mit neuen Werken auf den Markt wagen.
Für Savage Worlds fiel darunter beispielsweise Accursed. Dabei sind die Charaktere Monster, die von Hexen erschaffen wurden, um das Land Morden zu unterwerfen. Nach ihrer Befreiung kämpfen sie gegen ihre ehemaligen Herrinnen. Sowohl optisch als auch vom Hintergrund und der Adaption der Savage-Worlds-Regeln zeigt das Spiel für mich, wie ein gutes Lizenzprodukt aussehen soll. Kleine Zusatzprodukte ergänzen das Hauptbuch.
Eine ähnliche Richtung für FATE schlägt Tianxia ein. Wie der Name verrät, geht es hier in ein fiktives China. Kampfkunst bildet den Schwerpunkt des Settings und der Regeln. Durch die Kombination zweier Schlagwörter wählt ein Charakter seinen Stil und so passende Stunts. Leider ist der Hintergrund gerade mal angerissen, und für Magie muss auf einen Folgeband zugegriffen werden. Hier ist daher viel Eigeninitiative gefragt, um ein stimmungsvolles Spiel hinzulegen.

 

Und es gab noch den Platzhirsch

Bei umfangreichen Regeln muss ich immer an DSA denken. Wie ich schon mal dargelegt habe, trifft die 5. Edition nicht ganz meinen Geschmack. Daher habe ich von den vielen Produkten, die letztes Jahr im Zeichen des Auges erschienen sind, auch die meisten ignoriert. Das jetzt schon für Regionalhilfen eigene Waffenbücher erscheinen oder für 96 Seiten Namenslisten als Buch stolze 25 Euro verlangt werden, finde ich fragwürdig. Aber solange sich die Sachen verkaufen, wird Ulisses weiter die Produktpalette ausbauen. Das würde jeder Verlag machen. Wenn es euch aber wie mir geht und ihr diese Auswüchse für zu extrem haltet, kauft die Sachen einfach nicht.

 

Gedenken an jene, die gegangen sind

Auch jenseits der Szene ist wieder einiges passiert. So lief der Bürgerkrieg in Syrien weiter, und auf Obama folgte Trump. Abgesehen davon gibt es aber einige Menschen, die in den letzten zwölf Monaten von uns gegangen sind. Einigen Prominenten davon will ich kurz Tribut zollen.
So verabschiedete sich mit Bud Spencer ein Held meiner Kindheit. Zwar waren seine Filme, die besten im Duo mit Terence Hill, weder anspruchsvoll noch lehrreich. Aber es wurde auch nie versucht, sie als mehr als kurzweilige B-Movies erscheinen zu lassen. Im Vergleich mit den Millionenbudgets und der seltsamen Ernsthaftigkeit, mit der uns heute selbst Quatsch wie Transformers angedreht wird, war das erfrischend ehrlich.
Eher den Antihelden spielte Christopher Lee. Egal ob Vampir oder Zauberer, kaum einer spielte die Bösen so gut. Auf der anderen Seite der Macht war Carrie Fischer zu Hause. Immerhin hatte sie noch die Zeit, um in der neuen Trilogie von Star Wars einen Eindruck zu hinterlassen. Das ihre Mutter wenige Tage nach ihr starb, verleiht ihrem Tod eine weitere, tragische Komponente. Aber zumindest sind die beiden jetzt wieder vereint.

 

Mit diesen Gedanken will ich 2016 hinter mir lassen. Ich hoffe, auch 2017 wieder regelmäßig zum bloggen zu kommen. Da ich jetzt berufstätig bin, kann ich das aber nicht garantieren. Ich hoffe, ihr habt Verständnis.
In diesem Sinne wünsche ich ein schönes neues Jahr.

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