Rezension: Star Wars – Die letzten Jedi – Sternenkrieg mit Überraschungen

Der neueste Film rund um den Sternenkrieg ist derzeit Hauptthema in der Populärkultur – und wird kontrovers diskutiert. Wo ich Stärken und Schwächen des Film sehe, lest ihr jetzt.

 

Star Wars – Die letzten Jedi

Erscheinungsjahr: 2017

Dauer: 152 Minuten

Altersfreigabe: 12 Jahre

 

 

Story

Vor langer, langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis – beziehungsweise in Episode sieben – zerstörte der Widerstand die Starkiller Base der Ersten Ordnung. Jetzt schlägt diese zurück und will nach der Republik auch den Widerstand auslöschen. Dieser tritt notgedrungen die Flucht an. Derweil lernt Rey bei Luke etwas über die Macht und versucht, ihre eigene Herkunft zu ergründen.

Die Parallelen zu Episode fünf sind offensichtlich. Ob sie für einen eigenständigen Film zu stark sind, ist Geschmackssache. Ungewohnt für die Reihe sind einige Wendungen, bei denen vorher als notwendig präsentierte Aktionen über den Haufen geworfen werden. Das spricht einerseits zwar für den Überraschungsfaktor, passt andererseits aber nur begrenzt in Star Wars. Die bisherigen Filme kamen diesbezüglich immer sehr gradlinig daher.

Immer noch ziemlich wütend; Kylo Ren.

Auch über den Hintergrund der neuen Trilogie wie den Knights of Ren gibt es leider nichts neues. Und das Motiv des fliehenden Widerstands nutzt sich für mein Verständnis doch rasch ab. Zudem wirkt eine Machtvision von Rey etwas seltsam und verschenkt Potenzial. Dafür gibt es gelegentlich witzige Auflockerungen, zum Beispiel als sie mit den Händen versucht, die Macht zu fühlen.

Dennoch weiß die Story auf dem Niveau eines Popcorn-Films zu überzeugen. Es fällt mir jedoch schwer, zu ergründen, was sie erreichen will. Vielleicht liegt das an der Dramaturgie, die nicht so sehr auf das Finale hin arbeitet ist wie andere Filme der Reihe.

3 Sterne sind angemessen.

 

Optik

Die visuelle Erscheinung glänzt abermals mit einem regelrechten Füllhorn an Effekten. Dennoch bleibt die neue Trilogie ihrem Ansatz treu, so viel wie möglich nicht im Computer entstehen zu lassen, sondern stattdessen echte Kulissen zu verwenden. Dadurch vermeidet der Film die teilweise klinisch saubere, kühle Erscheinung der Filme eins bis drei.

Als Schauplätze bekommen wir unter anderem eine funkelnde Casinostadt, einen Bergbauplaneten, Lukes Insel und verschiedene Raumschiffe zu Gesicht. Etwas schade wirkt da, dass es abgesehen von der Casinostadt relativ wenig von den Schauplätzen zu sehen gibt. Über den Status austauschbarer Kulissen, in denen die Handlung fast zufällig spielt, kommen sie nicht hinaus.

Ich gebe 4 Sterne.

 

Akustik

Wieder dabei ist die gewohnt die orchestrale Musik-Untermalung. Zwar leistet diese gute Arbeit, sticht aber nach sieben Vorgänger-Filmen für meinen Geschmack nicht mehr so stark durch einprägsame Einzelstücke hervor. Ein unverwechselbares Thema wie jenes von Darth Vader, dass jeder noch nachts um drei Uhr mitsummen kann, fehlt. Die Soundeffekte sind hochkarätig und verbreiten gewohntes Star Wars Feeling.

Wieder springen 4 Sterne heraus.

 

Darsteller und Figuren

Die Besetzung ist größtenteils gut, aber überragendes Mienenspiel sollte kein Zuschauer erwarten. Darauf ist der Film nicht ausgelegt. Neben bereits bekannten Charakteren treten auch neue Figuren auf. Dazu zählt Rose Tico, eine Mechanikerin des Widerstands, die versucht, bei dessen Rettung zu helfen und die ihre Schwester durch die Erste Ordnung verloren hat. Oder Vizeadmiral Holdo (weiblich), die zeitweise das Kommando des Widerstands übernimmt.

Wie einige der alten Charaktere, sind die Neuzugänge nicht alle gelungen. Holdo wirkt während ihres Kommandos die meiste Zeit wie eine kühle Kommandantin ohne Charisma und ihre Wendung gegen Ende etwas aufgesetzt. Einige Charaktere der bösen Seite sterben unerwartet, ohne das ihr Potenzial ausgeschöpft würden.

Warum die Rebellen im Finale roten Staub aufwirbeln? Wird leider nicht erklärt.

Luke als Vertreter der alten Riege wiederum hat sich desillusioniert von der Welt abgewandt und zeigt erst am Schluss wieder etwas von seinen Jedi-Kräften. Seine Schwester Leia ist weiter Anführerin des Widerstands und hofft auf seine Rückkehr. Beide werden in der nächsten Episode aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr wie bisher in Erscheinung treten.

Das macht es für die neuen Hauptcharaktere nicht gerade einfacher, in die großen Fußstapfen der alten Figuren zu treten. Eine große Charakterentwicklung macht keiner von ihnen durch. Allenfalls Kylo Ren überrascht etwas mit einer unerwarteten Entscheidung, bleibt seiner Linie aber treu.

Trotz Schwächen reicht es für 3 Sterne.

 

Fazit

Die achte Episode ist ein etwas ungewöhnlicher Vertreter im Star Wars Universum. Zwar sind Optik und Akustik vertraut, die Wendungen wirken aber gegen die gewohnte, gradlinige Popcorn-Atmosphäre. Das wird nicht jedem Fan gefallen.

Am Ende stehen 14 von 20 Sterne im Zeichen der Macht.

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